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Ehrenamtliches Engagement in Schulen: Ein Interview mit einem engagierten Tutor – Uwe Oetken

In einer Welt, die zunehmend von Technologie geprägt ist, wird die Rolle der Bildung immer wichtiger. Doch viele Schulen kämpfen mit einem Mangel an ausgebildeten Lehrkräften und Ressourcen, insbesondere in den MINT-Fächern (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik). Ein engagierter Tutor, der sich ehrenamtlich an einem Gymnasium einsetzt, gibt uns Einblicke in seine Motivation, Herausforderungen und Erlebnisse.

Die Motivation des Tutors: Bildungslücken schließen 

Auf die Frage, was ihn motiviert, in Schulen zu helfen, antwortet unser Tutor klar und bestimmt:"Ich möchte dem Mangel von Lehrkräften, der Überforderung von engagierten Lehrkräften durch Bürokratie und Verwaltung und dem daraus resultierenden Mangel an ausreichender technischer und naturwissenschaftlicher Ausbildung der Schüler und Schülerinnen entgegenwirken."Es ist dieser Wunsch, einen positiven Beitrag zu leisten, der ihn antreibt. 

IT-Unterricht: Arduino-Programmierung für Schüler 

Unser Tutor leitet eine Arbeitsgruppe zur Programmierung von Arduino-Mikrocontrollern. Die Gruppe umfasst Schüler der Klassen 5 bis 11. "Wir nutzen die vorhandenen Rechner im Computerraum der Schule und die Arduino-Lernsets, die vom Förderkreis der Schule finanziert wurden", erklärt er. Mit diesen Sets können die Schüler praktische Erfahrungen in der Elektronik und Programmierung sammeln, unterstützt durch die Arduino-Entwicklungsumgebung, die auf den Schulrechnern installiert ist. 

Herausforderungen im Schulalltag 

Die Arbeit mit Schülern geht jedoch mit einigen Herausforderungen einher. "Die Motivation der Schüler ist oft ein Problem. Gerade die Jüngeren nutzen die AG primär, um zu 'zocken'", erzählt der Tutor. Konzentrationsschwierigkeiten und fehlende Grundkenntnisse im Umgang mit Computern sind weitere Hürden. "Es ist ein Teufelskreis: Folgen die Schüler den Themen nicht, machen sie Fehler, was sie wieder ins Zocken flüchten lässt." Auch die technische Ausstattung der Schulen stellt eine große Herausforderung dar. Berechtigungen auf Schulrechnern verhindern oft die Nutzung bestimmter Bibliotheken oder das Speichern von Änderungen. "Der neue Großbild-Monitor hängt vor der Video-Projektionsfläche, und die Arbeitsplätze sind zu eng", berichtet der Tutor".Trotz dieser Hindernisse bleibt er optimistisch und versucht, kreative Lösungen zu finden. 

Erinnerungswürdige Momente 

Auch wenn die Arbeit oft schwierig ist, gibt es viele Momente, die in Erinnerung bleiben. Der Tutor betont, dass er kein Lehrer, sondern ein Tutor ist, und den Schülern das Du anbietet, was an der Schule eher unüblich ist. Eine Anekdote sticht besonders hervor:"Ein Schüler wollte die Schulcomputer hacken und zeigte mir stolz seinen Versuch. Er schaffte es zwar, einen Bluescreen zu erzeugen, musste aber schließlich ein Administrator-Kennwort eingeben und scheiterte." 

Ein weiteres humorvolles Erlebnis war, als Schüler ein Online-Spiel mit Keksen spielten. Der Tutor scherzte, dass sie ihm auch einen Keks abgeben sollten. "Übernächste Woche kam einer der Schüler tatsächlich mit einer Packung Kekse für alle an – sehr nett." 

Persönlicher Gewinn durch ehrenamtliches Engagement 

Abschließend reflektiert der Tutor über die persönliche Bereicherung durch seine ehrenamtliche Tätigkeit."Es macht Freude, mein Wissen und meine Erfahrung an die nächste Generation weiterzugeben", sagt er. Außerdem bietet ihm das Engagement eine Gelegenheit, die Schule seines Sohnes besser kennenzulernen. 


Dieses Interview zeigt, dass ehrenamtliches Engagement in Schulen nicht nur den Schülern, sondern auch den Freiwilligen selbst viel zurückgibt. Trotz aller Herausforderungen bleibt die Freude am Weitergeben von Wissen und die Interaktion mit jungen, neugierigen Köpfen eine lohnende Erfahrung. 

 

 

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